Die Route des Meeres von Arousa und des Río Ulla

Die Strecke: Padrón-Compostela

  • Länge 24,8 Km
  • Schwierigkeitsgrad Mittel
  • Geschätzte Dauer 50min

Padrón

  • Schwierigkeitsgrad Mittel-Niedrig

Padrón, die Wiege der Jakobusüberlieferung, eine schöne und sehenswerte Ortschaft liegt in den weitläufigen Auen zwischen den Flüssen Ulla und Sar. Der Name der Ortschaft leitet sich vermutlich von „Pedrón”, einem römischen, Neptun gewidmeten Altar ab, der an dem Ort stand, an dem das Steinboot des Apostels festgemacht wurde. Der O Pedrón wird heute in der Santiagokirche von Padrón aufbewahrt.

Das Padrón der Sehenswürdigkeiten hält viele Wahrzeichen bereit; aber auch die Landschaft um den Ort ist reizvoll und lädt beispielsweise zu einem Spaziergang am Ufer des Sar ein, bis dieser in den Ulla mündet. Zum Heiligtum des O Santiaguiño do Monte gelangt man über einen Via crucis, der aus 125 Stufen besteht. Auch der botanische Garten aus dem 19. Jh. ist ein besonderer Genuss.

Das Padrón außerhalb der Stadtmauern, d. h. das Umland, erstreckt sich von Iria Flavia, einer ehemaligen römischen Niederlassung, dann Bischofssitz bis zum 11. Jh., in dem heute die Camilo-José-Cela-Stiftung untergebracht ist, bis zum schlanken Heiligtum A Escravitude. Auch Herbón, wo die berühmten kleinen Paprika wachsen, gehört ebenso dazu wie der Ort Matanza mit dem Wohnaus von Rosalía de Castro sowie Carcacía, Heimatort des Poeten Macías bzw. Namorado aus dem Mittelalter.

Rois

  • Schwierigkeitsgrad Mittel-Niedrig

Rois gehört zur Region des Sar und zählt etwas mehr als 5000 Einwohner. Die Gemeinde liegt im Hinterland, ist aber durch die nahe gelegenen Flussmündungen, der von Arousa und der von Muros-Noia mit der Küste eng verbunden. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und erstreckt sich über ihre knapp 100 Quadratkilometer von dem 600 Meter hoch gelegenen Berg O Pedregal bis zum fruchtbarem Tal des Sar und seiner Zuflüsse, Liñares und Rois.

In der Pfarrei Ribasar befindet sich eine bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte, das Castro Lupario, auf einem Hügel, der zur Gemeinde Brión gehört. Dort sind Mauerreste und Teile der Stadtmauer zu sehen. Der Legende nach lebte hier einst Königin Lupa, die von den Schülern des heiligen Jakobus um einen Ort für die Bestattung des Apostels gebeten worden war.

Rois verfügt ferner über abwechslungsreiche ethnographische und architektonische Besitztümer, Landhäuser, Getreidespeicher, zahlreiche Wegkreuze und interessante Barockkirchen, einige mit romanischen Bauelementen.

Teo

  • Schwierigkeitsgrad Mittel-Niedrig

Eine Gemeinde, die sich 15 km von der galicischen Hauptstadt entfernt befindet und die sehr durch ihre Nähe zu Santiago beeinflusst ist. Seit der Römerzeit ist Teo eine Wegkreuzung gewesen. Über die Brücke Rúa de Francos, z. B., führte die ehemalige Römerstraße von Padrón nach Santiago.

Der Ulla fließt hier durch denkwürdige Landschaften und gut geeignete Fischfangzonen. Auch Teo ist aufgrund ihrer ethnografischen Vielfalt, so wie viele andere Gemeinden der Umgebung, hervorzuheben. Einige dieser Beispiele sind die petos das ánimas, die in dieser Region überall zu finden sind, oder die cruceiros, wie das erwähnenswerte Steinkreuz von Francos, da es eines der ältesten in Galicien ist.

Auf der Wappe von Teo kann man zwei gekreuzte Schwerte über einer Brücke erkennen. Sie erinnern an die bekannte Schlacht von Cacheiras, die am 23. April 1846 in dieser Kirchengemeinde stattfand, und symbolisiert den Kampf der Liberalen – der Kommandant Solís im Bündnis mit den neu geborenen nationalistisch gesinnten Galiciern – gegen die Diktatur des Generals Narváez. Dieser musste zurücktreten, aber Solís und elf von seinen Offizieren wurden drei Tage später in Carral füsiliert.

Ames

  • Schwierigkeitsgrad Mittel-Niedrig

Im A-Maía-Tal, durch das die Flüsse Tambre und Sar fließen und das sich an Santiago anschließt, liegt die stark von der galicischen Hauptstadt beeinflusste Ortschaft Ames. Viele Angestellte Compostelas sind hier gemeldet. Die Bevölkerungszahl übersteigt 25.000 Einwohner und es ist die galicische Gemeinde mit der höchsten Geburtenrate.

Durch Ames führen zwei Jakobswege, der Camino Portugués, der durch O Milladoiro, den „Humilladoiro” verläuft - an dieser Stelle erniedrigten d. h. knieten sich die Pilger das erste Mal in Anbetracht der Kathedrale bei der A-Madalena-Kapelle nieder – und der Camino Fisterra und Muxía, der hier als Camino Real bekannt ist. Vor Ort befindet sich die A Ponte Maceira, eine besondere fünfbogige Brücke über den Río Tambre, die im 14. Jh. erbaut wurde.

In der Ortschaft Ortoño verlebte die Schriftstellerin Rosalía de Castro ihre Kindheit. 1923 wurde von einer Galegistengruppe die Casa de Rosalía, das Galicische Studienzentrum zur Verbreitung der galicischen Kultur, gegründet.

Ames überrascht durch seinen ethnografischen und landschaftlichen Reichtum und gleichzeitig durch seine sozioökonomische Dynamik, die durch das nahe gelegene Santiago vermittelt wird. Besondere Schmuckstücke sind einzelnen Landhäuser, darunter die Pazos Leboráns (Trasmonte), Lens (San Paio), die sich inmitten einer wunderbaren Landschaft befinden, der sehr gut erhaltene Landsitz Pazo Quintáns, der Pazo da Peregrina (Bertamiráns) und die Casa de Sandar (Agrón). Zahlreiche Wegkreuze, Gedenktafeln, Brunnen, Taubenschläge, Waschplätze und Mühlen befinden sich überall in der Umgebung. Auch ein Flussstrand ist in Tapia, am Río Tambre, angelegt, der vor allem von den Bewohnern Santiagos häufig aufgesucht wird.

- Santiago de Compostela

  • Schwierigkeitsgrad Mittel-Niedrig

Wie bereits erwähnt, folgt die Meeresroute von Arousa und des Río Ulla ab Pontecesures bis Santiago der Strecke des Camino Portugués. Deshalb hält man sich am besten an die Beschreibung, wie man vom Süden her, in die galicische Hauptstadt gelangt.

Die Ruinen des Festungsschlosses von A Rocha Forte empfangen den Besucher noch vor dem Stadtgebiet von Compostela. Es handelt sich hier um die kaum noch erhaltene emblematische Anlage des aus dem Mittelalter stammenden Bischofsschlosses von Compostelana, das während des 13. und 15. Jh. im Zuge der Revuelta Hermandina besetzt und zerstört wurde.

Man betritt Santiago entweder über das direkt neben dem Hospital Clínico gelegene Stadtviertel A Choupana, in einer blühenden Wohngegend und mit dem Campus Vida der Universität von Santiago auf der linken Seite oder man entscheidet sich für das historische Stadtviertel Conxo. Beide Wege führen auf dem Platz Praza de Vigo, an dem Rosalía de Castro geboren wurde, zusammen.

Die letzten Meter des Pilgerweges führen durch den Alamedapark mit seinem grünen Eichenwäldchen Santa Susana, bevor es auf der Rúa do Franco durch die Altstadt geht und man schließlich die Kathedrale an der Praza das Praterías erreicht.