Der Camino Inglés

Die Wallfahrten zum heiligen Jakobus übten im Mittelalter eine starke Anziehung auf Menschen und Gesellschaften in ganz Europa, ja sogar aus den entferntesten Ländern Europas, aus.

Desde Ferrol:

  • Länge 112,5 Km
  • Schwierigkeitsgrad Mittel

Desde A Coruña:

  • Länge 73 Km
  • Schwierigkeitsgrad Mittel
Boote am Camino Inglés

Die Pilger kamen aus Skandinavien, aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland und Island und vor allem machten sich Reisende aus England, Schottland, Irland und den Niederlanden auf den Weg. Sie alle festigten die heute als englischer Weg, Camino Inglés, bekannte Pilgerroute. Die Pilger aus dem Norden erreichten Galicien auf dem Seeweg und legten in Ferrol und A Coruña an, aber auch an der Küste Lugos, in den Häfen Viveiro und Ribadeo. Durch die günstige Lage dieser beiden wichtigen Hafenstädte Galiciens wurden die Wallfahrten erheblich gefördert.

Der Camino Inglés bietet zwei alternative Strecken in Galicien; einerseits ab A Coruña – es ist der kürzere Weg mit 73 km - und zum anderen ab Ferrol mit 112,5 km. Beide Strecken üben eine große historische Anziehungskraft aus und laufen etwa in der Mitte, in der Ortschaft Bruma, zusammen. Ab hier geht es die letzten 40 km gemeinsam bis Compostela weiter.

Wegstrecke und Daten von Interesse

Der Camino Inglés bietet zwei alternative Strecken in Galicien; einerseits ab A Coruña – es ist der kürzere Weg mit 73 km - und zum anderen ab Ferrol mit 112,5 km. Beide Strecken haben eine große historische Anziehungskraft und laufen etwa in der Mitte, in der Ortschaft Bruma, zusammen. Ab hier geht es die letzten 40 km gemeinsam bis Compostela.

Die Pilgerfahrten auf diesem Weg begannen im 12. Jh. Im Jahr 1147 wurde das Grab des heiligen Jakobus von einer Schwadron englischer, deutscher und flämischer Kreuzfahrer aufgesucht. Sie befanden sich auf der Reise in das Heilige Land und ein Teil dieser Expedition war auch an der Eroberung Lissabons beteiligt, um den ersten König von Portugal bei der Einnahme der späteren Hauptstadt des Königreichs zu unterstützen.

Auf dem Camino Inglés hinterließen viele bedeutende Pilger im Laufe der Geschichte ihre Spuren. Vom isländischen Mönch Nicolás Bergsson liegt die schriftliche Beschreibung seiner Fußreise von Island bis Rom über Santiago vor. Für diese wagemutige Reise benötigte er ganze fünf Jahre, von 1154 bis 1159. Zwei Jahrhunderte später, während des hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England benutzten die Briten Schiffe für die Überfahrt nach Santiago. Keramikstücke und englische Münzen aus dem 14. und 15. Jahrhundert, die bei Ausgrabungen der Kathedrale gefunden wurden, sind der Beweis für die Anwesenheit dieser Pilger. Auch die Gaben an den Apostel legen Zeugnis und diesem Pilgerweg ab.

Der Bruch von Heinrich VIII. (1509-1547) mit der katholischen Kirche, dessen Auslöser seine Scheidung von Katharina von Aragón war, hatte die Gründung der anglikanischen Kirche zur Folge und damit auch das Ende der englischen Pilgerfahrten. Die Route geriet jahrhundertelang in Vergessenheit. Heute lassen sich ihre Wiederbelebung und neue Formen der Wallfahrt beobachten. Die vielen Sehenswürdigkeiten in Ferrol und A Coruña bildete ein Tor zu dieser Route. Die Orte Pontedeume und Betanzos stellen zwei unerlässliche Enklaven für das Verständnis der Geschichte des Jakobsweges aus englischer Sicht dar.